Bevor der Anruf kommt.
Enkeltrick, Schockanrufe, falsche Polizisten: Jedes Jahr verlieren Schweizer Seniorinnen und Senioren ihr Erspartes an Betrüger, die gezielt Vertrauen ausnutzen. Wer die Maschen kennt, kann sich und seine Familie schützen — bevor etwas passiert.
Legen Sie mit Ihren Eltern ein Wort fest, das nur die Familie kennt. Fragt ein „Enkel" oder eine „Behörde" am Telefon nach Geld, muss dieses Wort fallen — sonst wird aufgelegt.
Woran Sie Betrug erkennen
Die meisten Betrugsfälle an älteren Menschen in der Schweiz folgen einem von drei Mustern. Alle drei setzen auf Zeitdruck, Emotion und die Bitte um Verschwiegenheit.
Der Enkeltrick / Schockanruf
Ein Anrufer gibt sich als Enkelkind, Nichte oder Neffe aus — oft mit „Rate mal, wer dran ist" — und schildert eine Notlage (Unfall, Kaution, dringende Zahlung), die sofortiges Bargeld erfordert.
- Anrufer nennt sich nicht selbst mit Namen, sondern lässt raten
- Hoher Zeitdruck, oft mehrere Anrufe in kurzer Folge
- Bitte um absolute Geheimhaltung gegenüber der Familie
- Geldübergabe an eine unbekannte, abholende Person
Falsche Polizisten & Bankmitarbeiter
Anrufer geben sich als Behörden aus und warnen vor angeblichen Einbrechern oder Betrügern — mit dem Ziel, Wertsachen oder Bargeld „zur sicheren Aufbewahrung" abzuholen oder PINs preiszugeben.
- Echte Polizei fragt nie nach PIN, Bargeld oder Wertsachen am Telefon
- Anrufer drängt darauf, nicht selbst bei der Polizei nachzufragen
- Nummer wirkt echt — Anrufer-Nummern lassen sich fälschen
Phishing & falscher Support
Per E-Mail, SMS oder WhatsApp geben sich Betrüger als Bank, Post oder technischer Support aus, um Zugangsdaten, Kreditkartennummern oder Fernzugriff auf den Computer zu erhalten.
- Links in unerwarteten Nachrichten von angeblichen Banken
- Aufforderung, eine Fernwartungs-Software zu installieren
- Neue Handynummer eines „Kindes" per WhatsApp, ungeprüft übernommen
So schützen Sie Ihre Familie
Kein Ratschlag ersetzt Wachsamkeit — aber diese vier Massnahmen senken das Risiko spürbar, weil sie den Betrügern genau das nehmen, worauf ihre Masche aufbaut: Zeitdruck und Unsicherheit.
Familien-Kennwort vereinbaren
Ein Wort, das nur die engste Familie kennt. Wird es am Telefon nicht genannt, wird aufgelegt.
Immer selbst zurückrufen
Bei Zweifel auflegen und die bekannte, gespeicherte Nummer des Angehörigen selbst wählen — nie die Rückruftaste nutzen.
Nie unter Druck entscheiden
Seriöse Stellen akzeptieren, wenn Sie sich Bedenkzeit nehmen oder eine Vertrauensperson hinzuziehen.
Verdachtsfälle melden
Auch ein abgewehrter Versuch lohnt die Meldung bei der Polizei — das hilft, Muster zu erkennen und andere zu schützen.
Warum uns vertrauen
Erfahrung, die selten zusammenkommt
enkeltrick.ch wird von einer Person betrieben, die selbst im Polizeidienst mit Betrugsfällen konfrontiert war, seit Jahren in der IT arbeitet und als Dozent komplexe Themen verständlich vermittelt. Diese Seite übersetzt reales Fallwissen in klare, umsetzbare Ratschläge — ohne Angstmacherei, ohne Fachjargon.